Mehrwertsteuerpraxis Fördermittel

Aus steuerlicher Sicht ist zu entscheiden, ob es sich bei den Vergütungen und Zuschlägen um Entgelte für Energielieferungen (Art. 18 Abs. 1 MWSTG), Kostenausgleichzahlungen (Art. 18 Abs. 2 Bst. g MWSTG) oder Subventionen (Art. 18 Abs. 2 Bst. a MWSTG) handelt.

Zu beachten ist insbesondere, dass der Erhalt von Kostenausgleichszahlungen nicht zu einer Kürzung des Vorsteuerabzuges führt.

Mehrwertsteuerpraxis (EVS)

Der Vergütungssatz der Anlage gemäss Bescheid bzw. Verfügung ist inklusive Mehrwertsteuer zu verstehen. Er setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Referenzmarktpreis und der Einspeiseprämie.

Beim Referenz-Marktpreises handelt es sich um ein Entgelt aus einer steuerbaren Leistung (Energielieferung) nach Art. 18 Abs. 1 MWSTG. Der Referenz-Marktpreis wird zum Normalsatz versteuert.

Bei der Einspeiseprämie handelt es sich mangels Leistung um ein Nicht-Entgelt nach Art. 18 Abs. 2 Bst. g MWSTG (Kostenausgleichszahlung). Die Einspeiseprämie wird deshalb ohne Mehrwertsteuer ausbezahlt.

Im System der Direktvermarktung (EVS mit DV) wird neben der Einspeiseprämie ein Bewirtschaftungsentgelt ausbezahlt. Das Bewirtschaftungsentgelt qualifiziert sich mehrwertsteuerlich wie die Einspeiseprämie als Nicht-Entgelt. Deshalb erfolgt die Auszahlung ohne Mehrwertsteuer (Kostenausgleichszahlung).

Mehrwertsteuerpraxis (EIV)

Einmalvergütungen (kleine und grosse Einmalvergütungen für Photovoltaikanlagen) qualifizieren sich mehrwertsteuerlich als Kostenausgleichszahlung (Art. 18 Abs. 2 Bst. g MWSTG). Deshalb erfolgt die Auszahlung komplett ohne Mehrwertsteuer.

Mehrwertsteuerpraxis (MKF)

Die Mehrkostenfinanzierung (MKF) qualifiziert sich mehrwertsteuerlich als Kostenausgleichszahlung (Art. 18 Abs. 2 Bst. g MWSTG). Deshalb erfolgt die Auszahlung komplett ohne Mehrwertsteuer.

Fördermittel Einleitung Teil 2

Was wird Wie gefördert

  • Photovoltaikanlagen

    Die Graphik veranschaulicht die verschiedenen Fördermodelle für Photovoltaikanlagen in Abhängigkeit der Leistung:

  • Wasserkraft

    Wasserkraftwerke werden ausschliesslich durch das Einspeisevergütungssystem gefördert. Förderwürdig sind Anlagen mit einer mechanischen Bruttoleistung zwischen 1MW und 10MW. Von dieser Untergrenze ausgenommen sind Nebennutzungsanlagen (gemäss Art.9 EnFV).

    Nicht förderwürdige Anlagen haben die Möglichkeit, einen Investitionsbeitrag beim BFE zu beantragen.

  • Biomasse

    Biomasseanlagen werden ausschliesslich durch das Einspeisevergütungssystem gefördert. Nicht mehr förderwürdig sind Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA), Schlammverbrennungsanlagen, Klär- und Deponiegasanlagen.

    Nicht förderwürdige Anlagen haben die Möglichkeit, einen Investitionsbeitrag beim BFE zu beantragen.

  • Wind

    Windkraftanlagen werden ausschliesslich durch das Einspeisevergütungssystem gefördert.

  • Geothermie

    Geothermieanlagen werden ausschliesslich durch das Einspeisevergütungssystem gefördert. Neu wird zwischen petrothermalen und hydrothermalen Anlagen unterschieden.

EVS – Einleitung

Die Einspeisevergütung ist ein Förderprogramm für erneuerbare Energien und gilt für folgende Technologien:

  • Wasserkraft von 1 MW bis 10 MW
  • Photovoltaik ab 100 kWp
  • Windenergie
  • Biomasse
  • Geothermie

Es gibt für jede dieser Technologien eigene Vergütungstarife, die anhand von Referenzanlagen pro Leistungsklasse festgelegt sind. Die Dauer der Vergütung beträgt 15 Jahre (Ausnahme Biomasse 20 Jahre).

 

  • Was ändert sich mit dem neuen Energiegesetz ab dem 01.01.2018?
    • Es werden nur noch Neuanlagen (Inbetriebnahme nach 01.01.2013) gefördert.
    • Bestehende Anlagen grösser 500 kW und Neuanlagen grösser 100 kW haben die Pflicht zur Direktvermarktung.

    Photovoltaik

    • Projektanten von Anlagegrössen zwischen 100 kWp bis 50 MWp können zwischen dem Einspeisevergütungssystem und einer Einmalvergütung wählen.
    • Anlagen bis 100 kWp haben lediglich noch Anspruch auf eine Einmalvergütung.

    Kleinwasserkraft

    • Förderwürdig sind Anlagen mit einer mittleren mechanischen Bruttoleistung von 1 MW bis 10 MW.
    • Nebennutzungsanlagen (gemäss Art.9 EnFV) können am Einspeisevergütungssystem teilnehmen, auch wenn sie kleiner als 1 MW sind.
    • Neuanlagen mit einer Leistung von mehr als 10 MW oder erhebliche Erweiterungen/Erneuerungen bestehender Anlagen von mindestens 300 kW können einen Investitionsbeitrag in Anspruch nehmen. Die Abwicklung erfolgt durch das BFE.

    Biomasse

    • Kehrichtverbrennungs-, Schlammverbrennungs-, Klärgas-und Deponiegasanlagen können ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr mit der KEV gefördert werden.
    • Neue Kehrichtverbrennungs- und neue Klärgasanlagen sowie neue Holzkraftwerke von regionaler Bedeutung und erhebliche Erweiterungen/Erneuerungen solcher Anlagen können einen Investitionsbeitrag in Anspruch nehmen. Die Abwicklung erfolgt durch das BFE.

    Von den oben stehenden Ausschlüssen aus dem Einspeisevergütungssystem geschützt sind Anlagen, welche bereits durch die KEV vergütet werden oder bereits über einen positiven Bescheid verfügen. Nicht geschützt vor diesen Veränderungen sind Projekte auf der Warteliste.

Wichtig:

Mit der Energiestrategie 2050 stehen zwar mehr Fördermittel zur Verfügung. Diese sind aber weiterhin begrenzt und reichen nicht aus, um alle Anlagen mit dem EVS zu fördern. Ausserdem ist das EVS zeitlich auf Ende 2022 befristet.

  • Für Photovoltaikanlagen: Aus heutiger Sicht kann die Warteliste voraussichtlich bis zum Anmeldedatum vom 30. Juni 2012 abgebaut werden. Neuanmeldungen haben unter den aktuellen gesetzlichen Bedingungen kaum mehr eine Chance, ins EVS einzutreten.
  • Für alle anderen Technologien: Unter den aktuellen gesetzlichen Bedingungen haben voraussichtlich noch jene Projekte, welche 2015 und 2016 auf der Warteliste nach vorne gesprungen sind, eine Chance ins EVS aufgenommen zu werden. Für Projekte, die 2017 „gesprungen” sind, ist ungewiss, ob sie noch ins Einspeisevergütungssystem aufgenommen werden können. Projekte, die ab 2018 Springer werden sowie die restlichen Anlagen auf der Warteliste haben aus heutiger Sicht voraussichtlich keine realistische Chance mehr, eine EVS-Zusage zu erhalten.

 

EVS – Direktvermarktung

Was ist die Direktvermarktung?

Die Direktvermarktung hat zum Ziel, das Einspeisevergütungssystem marktorientiert auszugestalten. Die Produzenten sind dabei selber für den Absatz ihres produzierten Stroms verantwortlich. Dazu schliessen sie mit Versorgungsunternehmen oder Energiedienstleister individuelle Abnahmeverträge ab. Dadurch entsteht ein Anreiz, Anlagen so zu konzipieren und zu betreiben, dass sie bedarfsgerecht produzieren.

Zusätzlich zum Erlös aus dem Stromverkauf erhalten die Anlagenbetreiber eine technologiespezifische Einspeiseprämie. Diese ist so ausgestaltet, dass sie langfristige Marktpreisschwankungen abfedert und damit den Produzenten eine weitgehende Investitionssicherheit gibt.

Zur Entschädigung des Aufwandes für die direkte Stromvermarktung erhalten die Produzenten ein ebenfalls technologiespezifisches Bewirtschaftungsentgelt.

Weitere Informationen finden Sie auf den Faktenblättern des BFE.

Der ökologische Mehrwert der produzierten Energie ist mit der Teilnahme am Einspeisevergütungssystem abgegolten. Die Herkunftsnachweise stehen dem Anlagenbetreiber für Anlagen in der Direktvermarktung nicht zum Verkauf zur Verfügung.

Eine Auflistung von einigen Direktvermarktern finden Sie in untenstehender Rubrik «Kontaktdaten zu Direktvermarktern».

Infobox

Vergütungssatz: Technologieabhängiger Tarif pro produzierte Energiemenge
Marktpreis: Preis an der Strombörse für den Folgetag im Marktgebiet Schweiz
Referenzmarktpreis: Durchschnitt des Marktpreises in einem Vierteljahr
Einspeiseprämie: Differenz zwischen Vergütungssatz und Referenzmarktpreis
Bewirtschaftungsentgelt: Technologiespezifische Aufwandentschädigung
  • Einspeisung zum Referenzmarktpreis (Vergütungsmodell ohne Direktvermarktung)

    Der gesamte Vergütungssatz (violett) wird konstant und unabhängig vom gegenwärtigen Marktpreis ausbezahlt. Es besteht kein Anreiz zu einem bedarfs- und marktgerechtem Produktionsverhalten.

  • Vergütung mit Direktvermarktung

    Der Referenzmarktpreis wird nicht mehr ausbezahlt. Stattdessen wird lediglich die sogenannte Einspeiseprämie vergütet, welche sich aus dem Vergütungssatz abzüglich des Referenz-Marktpreises ergibt. Der Referenz-Marktpreis wird quartalsweise durch das BFE angepasst, womit sich auch die Einspeiseprämie quartalsweise ändert.

    Den Marktpreis selbst muss der Anlagenbetreiber eigenverantwortlich auf dem Strommarkt erwirtschaften. Dazu schliessen Sie mit Versorgungsunternehmen oder Energiedienstleistern (Direktvermarkter) Abnahmeverträge nach kommerziellen Regeln ab.

    Im Schnitt ergeben der erwirtschaftete Marktpreis und die Einspeiseprämie zusammen wiederum den Vergütungssatz.

    Hinweis: Für die Photovoltaik und für die anderen Technologien werden zwei unterschiedliche Marktpreise berechnet. Für die Berechnung des Marktpreises der Photovoltaik wird lediglich die Zeitspanne verwendet, in welcher die Photovoltaikanlagen produzieren.

    Spezialfall-Referenzmarktpreis höher als Vergütungssatz

    Übersteigt der Referenzmarktpreis den Vergütungssatz, so wird der übersteigende Teil vierteljährlich durch Pronovo in Rechnung gestellt.

  • Anreizmechanismus der Direktvermarktung

    Die Abbildung verdeutlicht den Anreizmechanismus der Direktvermarktung über einen Zeitraum von 24 Stunden. Es ergeben sich zwei Marktsituationen:

    • Marktpreis höher als Referenzmarktpreis
      Anreiz zur Einspeisung von Strom bei grosser Nachfrage (hoher Marktpreis), da Mehrerlös gegenüber klassischem Vergütungsmodell
    • Marktpreis tiefer als Referenzmarktpreis
      Kein Anreiz zur Einspeisung bei tiefer Nachfrage (tiefer Marktpreis), da Mindererlös gegenüber klassischem Vergütungsmodell

    Quelle: BFE-Workshop Direktvermarktung, 3. März 2014

  • Wer muss teilnehmen?

    Sämtliche Neuanlagen mit einer Anlagenleistung von 100 kW oder mehr sind verpflichtet in der Direktvermarktung teilzunehmen.

    Von der Pflicht zur Direktvermarktung ab dem 01.01.2020 ausgenommen sind Neuanlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW sowie Anlagen, welche bereits eine Vergütung nach bisherigem Recht erhalten und eine Leistung von unter 500 kW aufweisen.

    Definitiver KEV-Bescheid <100 kW 100 kW-500kW ≥500kW
    vor 2018 Vergütung zum
    Referenz-Marktpreis
    ab 2018 Direktvermarktung
    ab 01.01.2020

    Ein freiwilliger Wechsel in die Direktvermarktung ist für sämtliche Anlagenbetreiber im Einspeisevergütungssystem möglich. Dafür kann das Formular "Wechsel in die Direktvermarktung" verwendet werden. Dabei ist zu beachten, dass eine Meldefrist von 3 Monaten vor Ablauf eines Quartals einzuhalten ist. Nach dem Eintritt in die Direktvermarktung ist keine Rückkehr zum System der Einspeisung zum Referenzmarktpreis möglich.

  • Kontaktdaten zu Direktvermarktern

    Den Produzenten in der Direktvermarktung steht es grundsätzlich frei, die Vermarktung ihres Stroms selbst vorzunehmen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die meisten Produzenten einen spezialisierten Dritten mit der Vermarktung beauftragen werden (einen sogenannten „Direktvermarkter“). Das Verhältnis zwischen dem Produzenten und seinem Direktvermarkter wird privatrechtlich geregelt.

    Im Folgenden finden Sie eine alphabetisch sortierte, nicht abschliessende Liste an Direktvermarktern.

    Für Details zu den Vertragsbedingungen nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit dem entsprechenden Unternehmen auf.

    Bieten Sie die Direktvermarktung als Dienstleistung an und möchten ebenfalls in der Liste aufgeführt werden, dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

 

EVS – Netzbetreiber und Auditoren

 

  • Gesuch

    Wird ein Projekt zu Stromerzeugung geplant, hat der EVS/EIV-Empfänger die Pflicht, den Netzbetreiber darüber zu informieren (A).

  • Projektfortschritt

    Der Netzbetreiber nimmt zum Projekt Stellung, indem er das Anschlussgesuch für Energieerzeugungsanlagen (EEA) bewilligt. Dieses Formular muss der EVS-Empfänger der Projektfortschrittsmeldung beilegen.

    Für Photovoltaikanlagen braucht es keine Projektfortschrittsmeldung (B).

  • Inbetriebnahme

    Bei Anlagen bis einschliesslich 30 kVA Anschlussleistung


    Formular «Beglaubigte Anlagedaten» der jeweiligen Technologie (C). Dieses Formular kann durch den Netzbetreiber (sofern dieser nicht mit dem Anlagenbetreiber rechtlich verbunden ist) oder einen akkreditierten Auditor beglaubigt werden (siehe «»)

    Bei Anlagen über 30kVA Anschlussleistung


    Formular «Beglaubigte Anlagedaten der jeweiligen Technologie (D). Das Formular muss durch einen für diesen Fachbereich akkreditierten Auditor beglaubigt werden (siehe «»)

    Zusätzlich für integrierte Photovoltaikanlagen
    Farbfotos in hoher Auflösung des Solargenerators während des Baus und nach der Fertigstellung. Aus den eingereichten Fotos muss ersichtlich sein, dass eine integrierte Anlage nach Art.6 Abs.2 EnFV vorliegt. Ideal sind Fotos, auf denen die Unterkonstruktion vor der Modulmontage sichtbar ist und welche nach der Fertigstellung die Gesamtfläche sowie die Randabschlüsse zeigen.

    Die Beglaubigung der Anlagedaten muss am Ort der Produktionsanlage vorgenommen werden. Dafür ist das Formular «Beglaubigte Anlagedaten» der jeweiligen Technologie zu verwenden.

    Mehr Informationen zur Beglaubigung von Anlagen- und Produktionsdaten finden Sie im Leitfaden unter «»

  • Nach der Inbetriebnahme

    Der Netzbetreiber ist verpflichtet, den Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen. Des Weiteren ist der Netzbetreiber für das Messwesen und damit für die Datenlieferung der Produktionsdaten an Swissgrid verantwortlich. Die Datenlieferung kann automatisiert (nach VSE Branchendokument SDAT CH) oder über das Herkunftsnachweissystem erfolgen (F und G).

    Hilfreiche Dokumente sind der Leitfaden zur Beglaubigung von Anlagen- und Produktionsdaten, das Handbuch «Eigenverbrauchsregelung des VSE», das Branchendokument SDAT CH, sowie die Regelung der Anschlussbedingungen. Sie finden diese Dokumente unter Downloads Formulare & Dokumente

EVS – Herkunft Fördergelder

Das Einspeisevergütungssystem wird über einen Zuschlag auf den Strompreis finanziert. Damit trägt jeder Endverbraucher zur Förderung der erneuerbaren Energien bei. Der Zuschlag ist aktuell per Gesetz auf maximal 2.3 Rp./kWh begrenzt. Mit dem aktuellen Stromverbrauch in der Schweiz stehen damit maximal rund 1.38 Mia. Franken jährlich als Fördermittel zur Verfügung. (Annahme: Jährlicher Schweizerischer Stromendverbrauch 60TWh)

Die Nachfrage nach dem Einspeisevergütungssystem ist grösser als die zur Verfügung stehenden Fördermittel. Aus diesem Grund wird eine Warteliste geführt.

Das BFE wickelt die Entgegennahme und die Verwaltung der Zuschläge auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze ab.

Der Netzzuschlag teilt sich in folgende Verwendungszwecke auf:

	
	

Quelle BFE „Energiestrategie 2050 nach der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017“

 

  • FAQ zur Mehrwertsteuer auf dem Netzzuschlag

    Mit der Revision des Energiegesetzes (EnG) erfolgt auch eine Praxisänderung bei der Anwendung des Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG) für den Bereich der erneuerbaren Energien.

    Das folgende FAQ gibt Antworten auf Fragen zur Praxisänderung hinsichtlich des Inkassos des Zuschlages auf dem Netznutzungsentgelt für das Übertragungsnetz (kurz Netzzuschlag, teilweise auch als EnG-Zuschlag oder KEV-Zuschlag bezeichnet).

     

    Ist die Pronovo AG von der Mehrwertsteuerpflicht befreit?

    Nein. Die Pronovo AG ist mehrwertsteuerpflichtig. Sie ist mehrwertsteuerlich registriert unter der Nummer CHE-189.625.053 MWST.

     

    Die Rechnung für den Zuschlag auf dem Netznutzungsentgelt für das Übertragungsnetz (kurz Netzzuschlag), welche die Pronovo AG ausstellt, weist 0% Mehrwertsteuer aus. Ist dies korrekt?

    Ja, das ist korrekt. Dies wurde im Rahmen der Umsetzung des neuen Energiegesetzes vorgängig mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) abgeklärt.

     

    Wieso wird der Netzzuschlag ohne Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt?

    Die Pronovo betreibt das Inkasso des Netzzuschlages. Der ausgestellten Rechnung steht mehrwertsteuerlich keine Leistung gegenüber (Art. 18 Abs. 1 MWSTG). Es handelt sich vielmehr um eine öffentlich-rechtliche Abgabe, welche mehrwertsteuerlich unbeachtlich ist.

     

    Unter dem alten Energiegesetz wurde der Netzzuschlag aber noch mit Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt. Wieso hat sich dies geändert?

    Bis zum Jahr 2017 führte die Stiftung Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) das Inkasso des Netzzuschlages durch. In Absprache mit der ESTV wurde der Netzzuschlag freiwillig der Mehrwertsteuer unterstellt. Mit dem neuen Energiegesetz ist dies nun weggefallen. Nach aktuellem Mehrwertsteuergesetz ist eine freiwillige Unterstellung nicht mehr möglich.

     

    Muss der Verteilnetzbetreiber nun seinem Endkunden auch den Netzzuschlag ohne Mehrwertsteuer in Rechnung stellen?

    Grundsätzlich nein. Der Verteilnetzbetreiber hat die Faktura an  den Endkunden im Regelfall mit Mehrwertsteuer zu stellen (unterliegt der Mehrwertsteuer zum Normalsatz). Die Abklärung, ob allenfalls eine Ausnahme besteht, liegt in der Verantwortung des Verteilnetzbetreibers.

     

    Wieso muss der Verteilnetzbetreiber seine Rechnung an Endkunden mit Mehrwertsteuer ausstellen, erhält aber von der Pronovo eine Rechnung ohne Mehrwertsteuer?

    Gemäss Art. 35 Abs. 1 EnG können Netzbetreiber den Netzzuschlag auf die Endverbraucher überwälzen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob der vom VNB auf die Endverbraucher überwälzte Netzzuschlag Entgeltcharakter hat oder als durchlaufender Posten zu qualifizieren ist.

    Durchlaufende Posten sind nicht in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen. Als solche gelten Beträge, welche die steuerpflichtige Person vom Leistungsempfänger als Erstattung der in dessen Namen und für dessen Rechnung getätigten Auslagen erhält (Art. 24 Abs. 6 Bst. b MWSTG). Demgegenüber bestimmt Art. 24 Abs. 1 MWSTG, dass zum Entgelt namentlich auch die von der steuerpflichtigen Person geschuldeten öffentlich-rechtlichen Abgaben gehören.

    Vorliegend geht aus Art. 35 Abs. 1 EnG hervor, dass der jeweilige Netzbetreiber Abgabeschuldner ist. Die Vollzugsstelle hat keine gesetzliche Grundlage, um den Netzzuschlag direkt beim Endverbraucher einzufordern. Folglich hat der Netzbetreiber den Netzzuschlag nicht im Namen und für Rechnung des Endverbrauchers ausgelegt. Zudem können Netzbetreiber den Netzzuschlag auf den Endverbraucher überwälzen.

    Daraus folgt, dass der vom Verteilnetzbetreiber auf die Endverbraucher überwälzte Netzzuschlag zum Entgelt gehört und somit grundsätzlich der Schweizer MWST zum Normalsatz unterliegt.

 

 

Weitere Informationen zur Herkunft der Fördergelder und zum Zuschlag finden Sie auf der Informationsseite des BFE.

EVS – Facts

Die Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energien soll bis 2020 bei mindestens 4.4 TWh und im Jahr 2035 bei mindestens 11.4 TWh liegen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Schweiz 2009 die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) eingeführt. Das Förderprogramm wurde zum 1. Januar 2018 in das Einspeisevergütungssystem (EVS) überführt.

 

Die wichtigsten Zahlen und Fakten zu EVS

  • Warteliste
    • Seit Beginn der KEV übertraf die Anzahl der Anmeldungen die Erwartungen.
    • Aus diesem Grund konnten nicht alle Anmeldungen unmittelbar in einem Förderprogramm berücksichtigt werden und es wurde eine Warteliste eingeführt.
    • Um die stetig ansteigende Warteliste wieder abzubauen, wurde 2014 die Einmalvergütung (EIV) für Photovoltaikanlagen eingeführt.
    • Der Effekt der EIV auf die Warteliste ist deutlich sichtbar, jedoch verbleiben weiterhin viele Anmeldungen auf der Warteliste.
    • Der Abbau der Warteliste erfolgt über sogenannte Zubaukontingente. Diese werden vom BFE jährlich aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel definiert.
    
    

     

  • Anlagen im EVS

    Anzahl Anlagen

    • Die grosse Mehrheit der Anlagen im EVS sind Photovoltaikanlagen
    • Windkraftanlagen sind am seltensten vertreten.
    • Bisher werden keine Geothermieanlagen gefördert
     

    Installierte Leistung

    Dabei bemisst sich die Leistung bei

    • Photovoltaik:
      nach der normierten Gleichstrom-Spitzenleistung
    • Allen anderen Technologien:
      nach der Nennleistung des Stromgenerators
     

    Jahresproduktion

    Wasserkraft und Biomasse haben die grössten Anteile an der Gesamtproduktion.

     

     

  • Vergütung

    Gesamtvergütung

    2016 wurde durch das Einspeisevergütungssystem eine Gesamtvergütung von über 500 Mio.CHF ausgeschüttet.

    Fördereffizienz

    • Die grösste Fördereffizienz weist die Kleinwasserkraft auf.
    • Die Photovoltaik hat sich bezüglich Fördereffizienz seit Beginn der KEV deutlich verbessert.

    Netzzuschlagsfond

    Der Netzzuschlagsfond wird durch einen Zuschlag auf das Netznutzungsentgelt geäuffnet. Mit diesem Netzzuschlag werden zu einem Anteil auch die Vergütungen für das EVS finanziert. Zusätzlich zu diesem Anteil am Netzzuschlag finanziert sich das EVS über die Einnahmen der Marktpreise, bei Anlagen, die im Modell zum Referenz Marktpreis einspeisen.

    Die Vergütungsbeträge für Anlagen im EVS müssen daher vom Netzzuschlagsfonds und über die Marktpreiseinnahmen finanziert werden.

    Marktpreis

    Der Anteil der Finanzierung aus dem Netzzuschlagsfonds an der Gesamtvergütung nimmt stetig zu, von 59% im 2009 zu 80% im 2016. Der Grund liegt in den zuletzt sinkenden Strommarktpreisen und den damit verbundenen tieferen Marktpreis-Einnahmen.

EVS – Netzverstärkung

Gemäss Energieverordnung (EnV) sind die Netzbetreiber verpflichtet, Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Einspeisepunkt ans Netz anzuschliessen. Die Anschlussbedingungen (wie Anschlusskosten, Anlageleistung, Einspeisepunkt, usw.) legen die Anlagenbetreiber und Netzbetreiber vertraglich fest. Die Kosten für die Erstellung der dazu notwendigen Erschliessungsleitungen bis zum Einspeisepunkt sowie allfällig notwendige Transformationskosten gehen zu Lasten des Anlagenbetreibers.

Netzanschlüsse von Anlagenbetreiber können ab dem Einspeisepunkt Netzverstärkungen notwendig machen. Der Anlagenbetreiber ist dafür verantwortlich den Netzbetreiber rechtzeitig über eine allfällige Netzverstärkung zu informieren. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) beurteilt die Anlastung von Kosten für notwendige Netzverstärkungen über die allgemeinen Systemdienstleistungen auf Gesuch des Netzbetreibers, bei dem die Kosten angefallen sind. Über das Gesuch wird nach Inbetriebnahme der die Netzverstärkung verursachenden Produktionsanlage entschieden. Swissgrid vergütet den Netzbetreibern gestützt auf eine Bewilligung der ElCom die Kosten für die notwendigen Netzverstärkungen.

Netzbetreiber und Anlagenbetreiber haben die Möglichkeit, mit einer schriftlichen Voranfrage und unter Vorlage aller relevanten Informationen (insbesondere Netzschemen, Art und Grösse der Anlage, potenzielle Varianten) bereits vor der Realisierung einer Netzverstärkung eine summarische und unverbindliche Prüfung und Beurteilung des Fachsekretariates der ElCom betreffend Varianten und Einspeisepunkt einzuholen. Die summarische Prüfung beinhaltet keine Bewilligung der Netzverstärkungskosten.

EVS – Gesuch bis Vergütung

Um detaillierte Informationen zu den einzelnen Teilschritten zu erhalten, klicken Sie bitte oben auf die entsprechenden Themen.

 

EVS – Vergütung

Der Vergütungssatz für Elektrizität aus erneuerbaren Energien wird anhand von Referenzanlagen pro Technologie und Leistungsklasse durch das BFE berechnet und in der Energieförderungsverordnung festgelegt.

Die Vergütungsdauer im Einspeisevergütungssystem (EVS)  beträgt 15 Jahre (Ausnahme Biomasse: 20 Jahre) bei einer Inbetriebnahme ab dem 01.01.2018. Die Vergütung wird bis und mit dem vollen Monat ausbezahlt, in dem die Vergütungsdauer ausläuft.

 

  • Für Photovoltaikanlagen

    Die Höhe des Vergütungssatzes (in Rp./kWh) für Photovoltaikanlagen richtet sich nach dem Inbetriebnahmedatum, der Leistung sowie der Kategorie der Anlage. Der Vergütungssatz ist unabhängig vom Gesuchdatum. Aufgrund der zu erwartenden technologischen Fortschritte und zunehmender Marktreife der Photovoltaiktechnologie ist vom BFE eine regelmässige Anpassung der Vergütungssätze vorgesehen.

  • Für Wasserkraft und Biomasse

    Die Vergütungssätze von Wasserkraftwerken setzen sich aus einer Grundvergütung, einem Druckstufenbonus sowie einem allfälligen Wasserbau-Bonus zusammen.

    Bei Biomassekraftwerken kann bei der Verwendung von landwirtschaftlicher Biomasse oder beim Einsatz von Holz ein entsprechender Bonus zu der Grundvergütung gewährt werden.

    Sowohl bei der Biomasse als auch bei der Wasserkraft werden die Vergütungssätze jährlich anhand der effektiven Produktion (äquivalente Leistung) überprüft und allenfalls angepasst.

  • Für Windkraftanlagen

    Windanlagen mit einer elektrischen Leistung bis und mit 10 kW gelten als Kleinwindanlagen. Der Vergütungssatz für Kleinwindanlagen bleibt über die gesamte Vergütungsdauer gleich.

    Windanlagen mit einer elektrischen Leistung grösser 10 kW gelten als Grosswindanlagen. Bei Grosswindanlagen wird der Vergütungssatz nach fünf Jahren Betriebszeit überprüft und allenfalls angepasst.

  • Für Geothermie

    Die Höhe des Vergütungssatzes (in Rp./kWh) für Geothermieanlagen richtet sich nach dem Anlagetyp sowie der Leistung.

 

Tarifrechner

Pronovo  stellt zur Berechnung der Vergütung einen Tarifrechner zur Verfügung. Die Berechnungen dienen zur Information und sind nicht verbindlich. Noch nicht rechtsgültige Absenkungen und Mischtarife für Erweiterungen sind im Tarifrechner nicht berücksichtigt.

Die genaue Berechnung des Mischtarifes für Erweiterungen finden Sie auf der Seite «Erweiterung»